Stiftung

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Nach der Kantonstrennung im Jahre 1832 waren die sozialen Verhältnisse im jungen Kanton Basel-Landschaft misslich. Viele Baselbieter waren zwar frei aber meistens auch arm. Auf Initiative von Schulinspektor Johannes Kettiger und Regierungsrat Benedikt Banga wurde 1848 der Basellandschaftliche Armenerziehungsverein AEV gegründet.

Vorrangiges Ziel des AEV war die Aufhebung der Gemeinde-Armenhäuser und das Verbot der «Mindersteigerungen», das heisst, der Überlassung von Pflegekindern an denjenigen Bieter, der diese zum niedrigsten Kostgeld aufnahm. Zu diesem Zweck hat der AEV in jedem Dorf Vertrauensleute ernannt, welche sich um die Pflegekinder kümmerten und die Pflegeverhältnisse begleiteten.

1853 trat Martin Birmann als erster vollamtlicher Fürsorger in die Dienste des Basellandschaftlichen Armenerziehungsvereins. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft verlieh ihm dazu den Titel «Armeninspektor» und stellte einen Amtsstempel zur Verfügung.

In der Folge wurde namentlich das Gebiet der Jugendfürsorge im Kanton Basel-Landschaft bis ca. 1950 vom AEV betreut. 1853 errichtete der AEV mit finanzieller Hilfe von Juliane Vischer-Birmann, Adoptivmutter von Martin Birmann, die Rettungsanstalt Augst im Ehingerschen Landgut. Als Folge des Kraftwerkbaus erfolgte 1909 der Umzug in einen Neubau auf dem Schillingsrain in Liestal.

1965 hat der AEV zwei Stiftungen ins Leben gerufen: Die Birmann-Stiftung und die Kettiger-Stiftung. Die «Fürsorgetätigkeit» des AEV wurde der Birmann-Stiftung übertragen. Das Schulheim Schillingsrain wurde der ebenfalls neu geschaffenen Kettiger-Stiftung übertragen. Der AEV ist in beiden Stiftungen vertreten.

2016 wurden die Angebote des Trägervereins Jugendwohngruppen beider Basel (Casviva) von der Kettiger-Stiftung übernommen und in die Aufgaben des Zentrums Schillingsrain überführt.