Geschichte

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1840

Der landwirtschaftliche Verein unter dem Präsidium von Pfr. Emil Zschokke bemüht sich um die Schaffung einer „landwirtschaftlichen Armenanstalt“ auf Farnsburg. Das Projekt scheitert.

1848

Aus Kreisen des landwirtschaftlichen Vereins wird unter Führung von Johannes Kettiger und Regierungsrat Benedikt Banga zur Gründung des «Basellandschaftlichen Armenerziehungsvereins» aufgerufen. Die Gründung des AEV erfolgt am 1. Oktober 1848 in der Kirche zu Liestal durch 193 Männer aus dem ganzen Kanton. Die Statuten führten aus: «Der Verein trachtet auf geeignete Weise dahin, dass die armen und verwahrlosten Kinder theils bei rechtschaffenen Familien, theils in eigens zu errichtenden Anstalten eine angemessene christliche Erziehung und Bildung erhalten, und veranlasst den Staat, eine diesen Zweck fördernde Gesetzgebung zu erlassen und die Armenpflege zu ordnen, sowie eine Zwangsarbeitsanstalt für arbeitsscheue Erwachsene zu errichten.»

1851

Im Bericht über die Tätigkeit des AEV wird ausgeführt: «Es gehen aber über die Art der Einrichtung über Umfang und Richtung dieser Anstalten so verschiedene und theilweise sich widerstreitende Ansichten im Schwunge, dass wir uns nicht enthalten können, über die am zweckmässigsten scheinende Einrichtung uns auszusprechen. Eine solche Anstalt muss Familie, Schule und so zu sagen, auch Kirche zugleich sein. Sie muss Familie sein, nicht eine ausgedehnte Bauern-, sondern eine bescheidene Taunerfamilie, und daher muss sie erstens nur eine mässige Ausdehnung haben, so dass ein Hausvater und eine Hausmutter, die zugleich Erzieher, Lehrer und Arbeitsführer sind, sie zu überschauen und zu leiten vermögen; nicht aber ein übergrosses, nur schwer und von einem Einzelnen gar nicht zu überschauendes grossartiges Wesen darstellen, indem die darin erzogenenen Kinder für ihre Zukunft keine Wahrheit und keine Wirklichkeit finden können, und das also schon deshalb nicht lebensbildend und triebkräftig ist. Sie muss eine Familie sein und daher zweitens in der Arbeit und durch die Arbeit erziehen und in der Erziehung und durch die Erziehung arbeiten. Es muss eine solche Anstalt aber auch Schule und der Hausvater Lehrer und die Hausmutter Lehrerin sein. Das Lernziel ist dasjenige einer guten Volksschule im heutigen Sinne dieses Wortes, Geschick, praktische Tüchtigkeit, und Zurechtfinden des Zöglings in allen Vorkommenheiten des Lebens. Aber auch Kirche sei die Anstalt. Lehre und Arbeit, Zucht und Ordnung, christlicher Sinn und Tugend, sie sollen in der Anstalt sich durchdringen und diese zu einem Tempel Gottes machen. Solche Anstalten suche der Verein zu gründen, nicht eine nur, sondern mehrere, wo möglich in jedem Bezirke eine, je für 20 bis 25 Kinder berechnet.»

1853

Der AEV erwirbt das «Ehingersche Landgut» in Augst und errichtet darin eine Rettungsanstalt, Der Kauf des Gutes mit 19 Juch. Land zu einem Betrag von Fr. 50 000.– wurde möglich durch ein Darlehen von Fr. 35 000.– zu 3% von Frau Wwe. Julia Birmann-Vischer, der Adoptivmutter Martin Birmanns. Die Verwaltung wird einer 15-köpfigen «Verwaltungskommission der Armen- und Rettungsanstalt Augst» übertragen, welcher u.a. Jh. Kettiger, Martin Grieder (Birmann), Benedikt Banga angehören. Anstalt Augst 1853 / Am 26. April 1853 werden als erste Hauseltern die Eheleute Sandmeier, welche bis dahin die Pestalozzistiftung Olsberg geleitet haben, bei einer jährlichen Besoldung von Fr. 800.– gewählt. Diese ziehen am 3. Oktober in Augst ein. Die ersten 6 Knaben werden im November aufgenommen. Bis zur Erreichung von 30 Aufnahmen sollten jeweils im Frühjahr und im Herbst 6 weitere Knaben Aufnahme finden. Das jährliche Kostgeld wird auf Fr. 80.– festgesetzt. Der Kanton leistet an die Besoldung des Hausvaters den gleichen Beitrag wie an Gemeindeschullehrer aus dem Kirchen- und Schulgut.

1854

J.S. aus Anwil, erst 5 Jahre alt, wird nur so lange in der Anstalt aufgenommen, bis Armeninspektor Birmann eine geeignete Pflegefamilie gefunden hat. Die Zahl der Zöglinge wird auf 20 ausgedehnt.

1855

Es wird beschlossen, jährlich ein Jahresfest durchzuführen. Programm vom 15. Juni 1855 9 Uhr: Glockenzeichen zum Anfang Gebet durch Pfr. Bovet, Pratteln Untersuchung über eine Stelle der Heiligen Schrift Prüfung in den Schulfächern durch Inspektor Kettiger 2 Uhr: Vortrag des Jahresberichtes durch den Hausvater Diskussion Gesang und Gebet Frau Juliane Birmann stiftet einen Koch- und Backofen.

1857

«Dem Herrn Hausvater wird empfohlen, auf die (Pocken-) Impfung der Zöglinge zu halten.» «Die Anschaffung von etwas Wein tut Not, da die Dienstboten der  Anstalt solchen für Z’nüni und Z’abend reklamieren, weil andere Dienstboten solchen ebenfalls erhielten.» .//. Wird die Anschaffung von 3 à 4 Saum bewilligt.

1859

Laut Testament schenkt die verstorbene Juliane Birmann der Anstalt das Darlehen von Fr. 35 000.–. Die Kommission beschliesst, dass die Erziehung der Knaben eine vorzüglich landwirtschaftliche Richtung erhalten soll. Martin Birmann leiht Fr. 3500.– zum Bau einer neuen Brunnenleitung.

1860

Der Präsident berichtet über einen Geist der Unzufriedenheit, der in die Anstalt verpflanzt worden sei und der die Zöglinge und die Dienstboten ergriffen habe. Der Posamentermeister habe diesen hervorgerufen und genährt. Dieser wird entlassen.

1861

Jeder Zögling muss beim Eintritt folgendermassen ausgestattet sein:
6 gute Hemden
6 Paar gute Strümpfe, wovon 1 wollen
2 Paar gute Schuhe
2 Hosen, wovon 1 halbleinen
2 Gilets
2 Halsbinden
2 Jacken, 1 halbleinen
6 Nastücher
2 Mützen

1862

Auf Antrag von Martin Birmann wird jährlich eine Versammlung der austretenen Zöglinge sowie ein Patronat eingeführt.

1864

Das Posamenten wird aufgegeben, da es der Anstalt mehr Schaden als Nutzen bringt.

1865

Es wird ein besonderer Fonds errichtet, um austretenden Zöglingen das Lehrgeld zu entrichten

1869

Anstelle des zurückgetretenen Hausvaters Sandmeier wird gewählt Herr Joh. Nötzli-Sandmeier, Lehrer in Ebhardsweil ZH.

1870

Der Präsident dankt Dr. med. Kunz, der bisher in aller Treue und unentgeltlich die Kranken der Anstalt behandelt hat. Das Kostgeld wird neu festgelegt. Es soll im ersten Jahr Fr. 120.– betragen und sich dann jedes Aufenthaltsjahr um Fr. 10.– bis auf ein Minimum von Fr. 40.– pro Jahr reduzieren.

1874

In Sachen Landabtretung für die Bözbergbahn hat das Schiedsgericht eine Entschädigung von 7 Cts. pro Fuss zugesprochen (1 Fuss = 1⁄11m). Die Bahn hat gegen diesen Spruch appelliert. Sie bezahlt schliesslich 61⁄2 Cts. Hausvater Nötzli tritt zurück. Als Nachfolger wird das Hauselternpaar Traugott und Verena Hunziker-Hirt, Lehrer, gewählt. Die Jahresbesoldung wird auf Fr. 1200.– festgelegt. Der Hausvater wünscht die Anschaffung einer Trommel und von diversen Spielsachen.

1877

«Wenn die entwichenen Zöglinge Jenni und Dill wieder eingebracht werden, so ist J. 3 und D. 1 Tag einzusperren, und zwar J. am 1. und 3. Tag bei Wasser und Brot.»

1879

Das Kostgeld für Neueintretende wird auf Fr. 150.– pro Jahr festgelegt.

1880

Dem Hausvater wird versuchsweise ein Hilfsleher beigegeben. Es wird Gewählt Herr Senn von Bennwil, der das Seminar Schiers besucht hat. Lohn Fr. 400.– pro Jahr und freie Station.

1881

Hausvater Hunziker ersucht um Entlassung, da er als Hausvater an die Waisenanstalt Stäfa gewählt worden ist. Als neuer Hausvater wir gewählt Joh. Martin, Lehrer in Giebenach. Neue Statuten bringen den neuen Namen «Armenerziehungsanstalt Augst.»

1883

«Zu nachhaltiger Unterstützung der Anstalt sollen jeweils im Herbst Viktualien (Lebensmittel) gesammelt werden, ähnlich wie im oberen Kantonsteil für die Sommerau.» «Bei austretenden Zöglingen ist möglichst viel darauf zu halten, dass sie Handwerke erlernen.»

1888

Ein Brand zerstört am 5. Juni die Anstaltsscheune und ein Nebengebäude (Kamindefekt). Martin Birmann wirft die Frage auf, ob nicht die Anstalt Augst mit dem zerstückelten Landbesitz verkauft und ein anderes Gut mit zusammenhängendem Land, z.B. das Bad Bubendorf gekauft werden sollte.

1889

Auf Antrag von Pfr. Sartouris wird Handfertigkeitsunterricht eingeführt und durch den Hilfslehrer Schneider, einen Schreinersohn, erteilt. Der Wiederaufbau der Scheune bringt Mehrkosten von Fr. 10 000.–. Eine Sammlung bei «Wohltätern» ergibt daran Fr. 9000.–. Es wird die Erstellung eines Carcers (Zelle!) beschlossen. Die Finanzierung erfolgt durch Holzschlag.

1890

Der Hausvater will wieder selbst Schule halten und an Stelle eines Hilfslehrer einen Knecht anstellen. Dr. Hagenbach rät, zur Abhilfe des Bettnässens das Fussende der Bett Stellen auf 5 cm hohe, etwas ausgehöhlte Klötzchen zu stellen, damit der Kopf des Zöglings tiefer als die Füsse zu liegen kommen, um den Druck nach unten zu vermindern. Der Hausvater macht die Klötzchen 10 cm hoch und hat damit rasch Erfolg.

1892

«Auf dringenden Wunsch der Angehörigen dürfen Knaben zu Besuchen nach Hause gelassen werden, jedoch jährlich höchstens einmal und nur je einen Tag.» Der Präsident schlägt zur Deckung der Schuldzinsen eine «Schneeball Collekte» (Kettenbrief!) vor: «Jeder Empfänger eines solchen Briefes legt für 20 Cts. Marken hinein und schickt diesen an den Präsidenten zurück und versendet wieder 2 Abschriften des erhaltenen Briefes an Bekannte und ersucht sie um gleiche Ausfertigung». .//. Wird beschlossen.

1894

Heinrich Handschin hat dem Kanton ein Legat von Fr. 50 000.– zur Errichtung einer «Erziehungsanstalt für jugendliche Verbrecher oder überhaupt verwahrloste Kinder» vermacht. Der Kanton zahlt Augst aus diesen Mitteln jährlich einen Beitrag von Fr. 4000.– und beteiligte sich an den Kosten eines Ausbaus der Anstalt auf 40 Plätze. Die Anstalt wird von Handschin mit Fr. 25 000.– bedacht.

1895

Neue Statuten bringen eine Anstaltskommission von 5 Mitgliedern, wo von 3 vom AEV und 2 vom Regierungsrat gewählt werden.

1896

Hausvater Martin tritt zurück.

1897

Als neue Hauseltern werden gewählt Carl und Lina Tanner-Lüdin, Lehrer von Hölstein.

1898

«Vorübergehend finden 10 Knaben aus der obgenannten Anstalt Sommerau in Augst Aufnahme».

1904

«Es herrscht ein frischer, fröhlicher Geist in unserer Anstalt» (Pfr. Schönauer).

1905

Einnahmen Fr. 20 409.75, Ausgaben Fr. 17 227.84, Vorschlag: Fr. 3181.91. Die Anstalt heisst nur «Erziehungsanstalt Augst».

Erziehungsheim Schillingsrain 1909

1908

Durch den geplanten Bau des Kraftwerkes- Augst-Wyhlen wird die Verlegung der Anstalt unumgänglich. Der Verkauf an das Sanitätsdeprtement Basel-Stadt erfolgt für Fr. 300 000.–. Am 30. Juni 1908 wird der Kauf des Hofes Schillingsrain bei Liestal für den Betrag von Fr. 124 000.– getätigt. Anfangs September 1908 ist Baubeginn für das neue Heimgebäude nach den Plänen des Architekten Brodbeck. Kostenvoranschlag Fr. 150 000.–.

1909

Am 8. Juli erfolgt der Umzug der Anstaltsfamilie von Augst auf den Schillingsrain «ohne jeden Zuzug fremder Hilfe».

1914

Jährliches Kostgeld für Baselbieter Fr. 150.–, für Ausserkantonale Fr. 225.–, für Ausländer Fr. 250.–. Der Landwirtschaftsbetrieb bildet die Grundlage für eine ausgeglichene Rechnung.

1920

Ein Brand zerstört den vorderen Schillingsrainhof.

1921

Die Hauseltern Tanner treten aus gesundheitlichen Gründen nach 24-jähriger Tätigkeit zurück. Als Nachfolger werden Hans und Bertha Schweizer-Nägelin von Lauwil, Lehrer in Oberdorf, gewählt.

1923

Die ungünstige Finanzlage zwingt zu einer Kostgelderhöhung: Fr. 350.– pro Jahr für Baselbieter, Fr. 400.– für Ausserkantonale. Die Kommission appelliert an die Öffentlichkeit und macht bewusst, «dass der Schillingsrain im Volke heute zu Unrecht als sorgenfrei gilt».

1927

Es setzt ein Rückgang der Zahl der Kinder ein, weil «die im allgemeinen schwer belasteten Armenpflegen sich offenbar zur Anstaltsversorgung nur noch entschliessen konnten, wenn eine andere Möglichkeit nicht mehr vorhanden war».

1928

Der Rückgang der Anmeldungen macht sich spürbar. Waren früher 40 Knaben im Heim, so sind es jetzt noch 28.

1932

Das Ökonomiegebäude wird am 8. Oktober ein Raub der Flammen. Erst 1948 wird festgestellt, dass böswillige Brandstiftung vorlag.

1935

Die Betriebsrechnung bereitet ernsthafte Sorgen. Sie schliesst mit einem Verlust von Fr. 2147.– ab, was auf die schwache Besetzung mit nur 19 Zöglingen zurückzuführen ist.

1938

Die Frage der Weiterexistenz des Schillingsrain steht zur Diskussion. Der Kanton interessiert sich für den Schillingsrain als Gutsbetrieb der landwirtschaftlichen Schule.

1943

Der Pachthof wird durch den AEV dem Kanton für die landwirtschaftliche Schule verkauft. Das Heim wird reorganisiert. Hausvater Schweizer tritt zurück. Am 1. April treten Ernst Zeugin, Lehrer in Pratteln und seine Frau Frieda geb. Löffel das Amt der Hauseltern an.

Die Schillingsrainfamilie 1911

1944

Das Heim beherbergt wieder 40 Knaben. Es wird ein zweiter Lehrer angestellt. Der Schillingsrain nennt sich jetzt «Erziehungsheim».

1946

Neue Statuten bringen eine Klarstellung der Organisation. AEV und Kanton erhalten Sitze in der Kommission.

1948

Der AEV kauft den Pachthof vom Kanton wieder zurück, er wird verpachtet. Am 14. September wird die Scheune durch einen Brand vernichtet. Der Brandstifter wird gefasst.

1950

Im Zuge von planmässigen baulichen Verbesserungen wird der Haupteingang auf die Ostseite verlegt.

1951

Das «Gesetz über das Pflegekinderwesen sowie die Kinder- und Erziehungsheime » regelt die staatliche Heimaufsicht. Der Kanton übernimmt die Besoldungen der Heimleiter und Lehrer. Die Stimmbürger des Kantons nehmen das Gesetz am 14. September 1951 mit 18 811 Ja gegen nur 1755 Nein an.

1953

Im Dachstock werden Angestelltenzimmer eingebaut. Das Heim soll an die Wasserversorgung von Liestal angeschlossen werden. Das Heim feiert das Jubiläum 100 Jahre Erziehungsheim Augst-Schillingsrain. Präsident Dr. Carl Tanner, Sohn der Hauseltern Tanner-Lüdin verfasst eine Festschrift.

1954

Der Kanton lehnt einen Beitrag an die notwentige bauliche Sanierung mit dem Hinweis auf den Landbesitz des AEV ab.

1956

Die Hauseltern Ernst und Frieda Zeugin treten aus gesundheitlichen Gründen zurück. Als Nachfolger werden gewählt Guido Gyssler, Sonderklassenlehrer in Birsfelden und dessen Gattin, Frau Josephine geb. Knoepfli.

1957

Es wird eine automatische Waschanlage eingebaut. Die Vorarbeiten zum Einbau von WC-Anlagen mit Wasserspülung sind im Gange. Es soll eine Lehrlingsabteilung in der Wohnung des Ökonomiegebäudes eröffnet werden, da Lehrstellen mit Kost und Logis immer seltener werden.

1958

Dem Mädchenheim Frenkendorf wird durch einen Landabtausch der Neubau im Roeserental (heutige Landschule Roeserental) ermöglicht. 1959 Das Heim wird nun nach dem Gruppensystem geführt, soweit dies der bauliche Zustand (Schlafsäle!) zulässt. Der AEV nimmt die vom Schillingsrain angeregte Planung eines Lehrlingsheimes an die Hand.

1961

Es liegt ein Umbauprojekt vor, welches mit Baukosten von Fr. 500 000.– rechnet. Die Hauseltern Gyssler treten zurück.

1962

Die Hauseltern Hans und Rosa Künzler-Brunner übernehmen die Heimleitung. Herr Künzler ist der erste Heimleiter, der nicht vom Lehrerberuf, sondern aus der praktischen Heimerziehung kommt.

1965

Der AEV trennt den das Heim belastenden Landwirtschaftbetrieb vom Heim ab und gibt dem Heim den Status einer selbständigen Stiftung mit dem Namen Kettiger-Stiftung. Die Hypotheken auf dem Heim in der Höhe von Fr. 200 000.– werden vom AEV abgelöst. Die Kettiger-Stiftung erhält einen Betrag von Fr. 300 000.– mit dem Auftrag, die vorliegenden Umbaupläne sofort zu realisieren. Mit dem Umbau wird begonnen. Der Betrieb wird für 5 Wochen in den Walten bei Läufelfingen verlegt.

1966

Die umfassende Renovation des Hauses kann abgeschlossen werden. Der Landrat beschliesst einen Staatsbeitrag von 50% an die Kosten des gelungenen Werkes. Am 16. Oktober erfolgt die feierliche Einweihung. Das Heim ist nun baulich und finanziell saniert.

1968

Der Spiel- und Sportplatz wird ausgebaut. Wenn es die Voraussetzungen erlauben, wird Knaben der externe Schulbesuch ermöglicht.

1974

Die Hauseltern H. und R. Künzler-Brunner treten zurück. Als Nachfolger wird zum Heimleiter gewählt Johannes Brunner-Bachmann, Sonderklassenlehrer. Durch einfache bauliche Masnahmen wird die Führung des Heimes in Gruppen angestrebt. Dies stellt neue Anforderungen an die Zusammenarbeit Heimleiter – Mitarbeiter.

1975

Der Stiftungsrat lehnt die Forderung von Erziehern nach einer «Selbstverwaltung des Heimes» ab.

1976

Der Heimleiter tritt zurück. Als Nachfolger werden Kurt und Edith Lirgg-Griessen, beide seit Jahren in der Heimerziehung tätig, gewählt. Nach 35 Dienstjahren tritt der Kassier Albert Rudin zurück. Er hat dem Heim grosse Dienste geleistet.
Das Heim wird als «Schulheim Schillingsrain» bezeichnet.

1977

Durch die Erstellung eines Schulpavillons werden die schulischen Verhältnisse wesentlich verbessert. Das Heim kann nun mit wenig Aufwand dank vielen Eigenleistungen definitiv in selbständige Wohngruppen unterteilt werden.

1978

Das Heim feiert am 1./2./3. September das 125-jährige Bestehen mit einem grossen Fest, an welchem sich alle Mitarbeiter des Heimes, Freunde und die Ortsvereine aktiv beteiligen.Eine Festschrift «Bilder aus dem Leben eines Heimes» umfasst Beiträge aus den Jahren 1853 bis 1978. Der Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien der Knaben wird erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt.

1979

wird im Pachthof eine Übergangsgruppe eröffnet, welche von den Knaben mehr Eigenverantwortung fordert. Mit dem Erlös des Jubiläumsfestes kann ein einfaches Schwimmbecken erstellt werden.

1980

Spenden machen es möglich, die Kleintierhaltung schrittweise auszubauen.

1981

Der notwendige Ausbau der Werkräume für Holz- und Metallarbeiten ist erfolgt. Damit kann dem neuen Schulgesetz (4 Stunden Werken für die Oberstufe) Rechnung getragen werden.

1982

Gönner machen den Ausbau des Spielplatzes möglich, der auch den Kindergärten und Schulen der Umgebung offen steht. Aus der Kleintierhaltung hat sich ein kleiner Tierpark entwickelt.

1983

Für Knaben, welche nicht extern geschult werden können, wird das Schuljahr intern angeboten. Heimleitung und Mitarbeiter bereiten das Schillingsrainfest vom 2./3./4. September vor. Die erfreuliche Beteiligung der Ortsvereine wird als Ausdruck der Integration des Heimes in die Gemeinde und die Umgebung gewertet. Heimleitung, Mitarbeiter sowie freiwillige Helfer leisten ein hohes Mass an zusätzlicher Arbeit aus Liebe zur Sache. Der AEV schenkt der Kettiger- Stiftung die 1. Auflage dieser Chronik. Der AEV schenkt der Kettiger- Stiftung die bisher für Sportplatz, Schulpavillon und Garten pachtweise überlassene Parzelle Nr. 3089 im Halte von 13 957 m2 in Zone OeW. Sämtliche Mitarbeiter/-innen werden nach den kantonalen Bestimmungen angestellt. Die Interkantonale Heimvereinbarung bringt eine Vereinheitlichung der Verrechnung der Kostgelder (effektive Tageskosten). Der Jugendsozialdienst ist kantonale Verbindungsstelle.

1984

Der AEV beschliesst die Sanierung und den Ausbau des vorderen Schillingsrainhofes. Er offeriert das Oekonomiegebäude beim Heim mit Umschwung von 7847 m2 der Kettiger- Stiftung zum eher symbolischen Preis von Fr. 300 000.–.

1985

Planung des Ausbaus des Oekonomiegebäudes für die Lehrlingsgruppe, Heimleiterwohnung, Mehrzweckhalle und Nebenräume. Das Oekonomiegebäude wird Eigentum der Kettiger- Stiftung.

1986

Beginn der Umbauarbeiten am Oekonomiegebäude. Eine Schülergruppe unternimmt eine 8-tägige Wanderung auf den Chaumont (180 km). Heimleiter und Sekretärin besuchen einen PC- Kurs, damit die modernen technischen Hilfsmittel in der Verwaltung eingesetzt werden können.

1987

Beim Heim werden für die Planung des Adlertunnels der Bahn 2000 Sondierbohrungen durchgeführt. Lehrlingsgruppe und Heimleitung ziehen in die neuen Wohnungen im Oekonomiegebäude. Das Heim eröffnet eine 4. Schülergruppe. Noch immer ist es recht schwierig, qualifizierte Mitarbeiter/-innen zu gewinnen.

1988

In einer 2. Ausbauetappe erfolgt die Erstellung der Mehrzweckhalle mit Nebenräumen.

1989

Die Mehrzweckhalle ist ausgebaut. Sie bringt den Knaben mehr Bewegungsmöglichkeiten bei ungünstigem Wetter und die Möglichkeit zu grösseren Veranstaltungen im Heim. Zum jährlichen Elterntreffen können 150 Teilnehmer begrüsst werden.

1990

Der Schulpavillon erhält ein 3. Schulzimmer.

1991

Der Trend zu Heimeinweisungen erst gegen Ende der Schulzeit hält an. Die Aufarbeitung schulischer und entwicklungsmässiger Defizite stellt an Schule und Internatsbereich erhebliche Anforderungen.

1992

Da EDV- Kenntnisse wichtiger Teil der Allgemeinbildung geworden sind, werden für die Schule 2 PC angeschafft.

1993

Das im Heim eröffnete «Ediths Lädeli» dient, wie schon die Teilnahme an den Märkten im Städtli, der vermehrten Integration des Heimes in die Öffentlichkeit. Das Heim mietet das alte Schulhaus im toggenburgischen Lichtensteig für die Durchführung von Lagern. Im Rahmen der Hayek- Studie im Sozialbereich des Kantons wird auch das Heim «durchleuchtet». Der Fuchs stiehlt 100 Hühner. Der marode Belag des Sportplatzes wird saniert Bei misslichem Wetter wird mit einer Gruppe eine «Wildniswoche» durchgeführt. Motto: «Teamarbeit ist unerlässlich».

1994

Als Folge der zumindest als ungerecht empfundenen Darlegungen staatlicher Organe im Zusammenhang mit der Studie Hayek erfolgt auf Initiative der Gemeinnützigen Gesellschaft Baselland der Zusammenschluss der gemeinnützigen Heime zur IG gemeinnützige Werke. Damit haben sie eine gemeinsame Stimme und der Staat eine Ansprechpartnerin in generellen Fragen.

1995

Das Heim ist regional die einzige Institution mit dem Angebot aller Klassen der Oberstufe, BWK sowie einer Lehrlingsgruppe. Die nur wenige Meter vom Heim gelegene Baustelle für den Adlertunnel bringt unvermeidliche Immissionen. Erfreulicherweise ist die Zusammenarbeit mit den Bauverantwortlichenen gut. Der Kanton plant eine Neugestaltung seiner Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Heimen. Der Entwicklung wird die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Wie seit Jahren, sind die Plätze im Heim sehr gefragt.

1996

Der Stiftungsrat ist bereit, sich an einem Pilotversuch des Kantons für eine Leistungsvereinbarung zu beteiligen. Heimleiter und Finanzchef erwerben die für entsprechende Verhandlungen notwendigen spezifischen Fachkenntnisse.

1997

Mit dem Kanton wird eine Leistungsvereinbarung ausgehandelt, welche die gegenseitigen Beziehungen neu regelt. Der Kanton wird damit zum Geschäftspartner, der «Leistungen einkauft». Gemäss Bundesrecht übt er auch die kantonale Heimaufsicht aus im Sinne einer «Qualitätskontrolle ». Die seit 1854 übliche Staatsvertretung in der Aufsichtsbehörde (Stiftungsrat) fällt damit weg. Das bald 20 Jahre alte Schwimmbad wird saniert. Durch den Wegfall der Lohnbevorschussung für Heimleiter, Lehrerschaft und Erziehungspersonal durch den Kanton wird eine wesentliche Erhöhung des Kontokorrentkredites nötig. Kurt und Edith Lirgg leiten das Schulheim Schillingsrain seit 20 Jahren in vorbildlicher Weise. Symbolisch wird ihnen vom AEV ein Lorbeerbäumchen überreicht mit dem Hinweis, dass davon je ein oder auch mehrere Blätter den derzeitigen und den ehemaligen Angehörigen des Mitarbeiterstabes zustehen.

1998

Die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton als Pilotprojekt tritt am Januar in Kraft. Der Staatsvertreter im Stiftungsrat wird verabschiedet. Trotz der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt konnten für alle 6 Schulabgänger Lehrstellen gefunden werden. Aus Anlass seines 150-jährigen Bestehens überlässt der AEV dem Heim einige Aren an die Ostseite des Oekonomiegebäudes angrenzendes Land, welches das Heim zur Arrondierung sowie zur Durchführung von traditionellen Anlässen wie des Knabenschwinget braucht, pachtweise. Ebenfalls aus Anlass seines Jubiläums schenkt der AEV der Kettiger-Stiftung diese bis 1998  nachgeführte Neuauflage der Chronik von 1983. Die 6 PC der Schule werden ersetzt. Schule und Sekretariat erhalten einen Internet- Anschluss. Der auch von der Nachbarschaft benützte Spielplatz wird mit Spenden-Geld erneuert. Lehrer U. Scheidegger ist seit 20 Jahren mit grossem Engagement an der Heimschule tätig. Dass wir im Schillingsrain den vielerorts bestehenden Konflikt zwischen Schul- und Erziehungsbereich nicht kennen, erspart allen Kräfte und kommt nicht zuletzt auch den Knaben und Jugendlichen zugute.

1999

Nachdem der Kanton die gemeinnützigen Heime aus der Verpflichtung auf staatliche Anstellungsbedingungen entlassen hat, ist es wichtig, dass sich zumindest die Schulheime auf eine gemeinsame Lösung einigen, damit ein Rückfall in die «Steinzeit» vor 1960 in diesem Bereich vermieden werden kann. Gemeinsam werden deshalb Anstellungsbedingungen beschlossen, welche denjenigen des Kantons entsprechen. Damit diese auch in Bezug auf Frühpensionierungen eingehalten werden kann, sind die erforderlichen Rückstellungen vorzunehmen.

2000

Am Ehemaligen-Treffen nehmen 130 Personen teil. Im Kanton fehlen weitere Plätze für Schüler der Abschlussklassen. Der Stiftungsrat ist nicht zur Vergrösserung des Heimes bereit. Der Hausplatz wird mit einem Aufwand von Fr. 70 000.– saniert. Frau Lotti Buess- Zeller, welche während fast 40 Jahren dem Heim grosse Dienste geleistet hat, tritt aus den Stiftungsrat zurück und wird durch Frau Lotti Ballmer-Held ersetzt. Das kinderlose Ehepaar Burkhart, zuletzt in Sisseln wohnhaft, hat die Entwicklung des Heimes seit langer Zeit still beobachtet und die Kettiger-Stiftung als Universal-Erbin eingesetzt. Zum Elterntreffen erscheinen 150 Angehörige der Knaben und Jugendlichen. Diese Tatsache sagt nach der Meinung des Chronisten über die Arbeit der Heimleitung und des Mitarbeiterstabes mehr aus, als die heute üblichen Briefings- und Qualifikationsveranstaltungen. Nach der Fertigstellung des Adlertunnels können die Ersatzansprüche für Schäden am Heimgebäude mit der Bauherrschaft gütlich geregelt werden.

2001

Was noch vor 10 Jahren selbstverständlich war, ist heute im Kanton ein Sonderfall: Unser Heimleiterpaar wohnt noch immer im Heim!

2002

Der Schillingsrain ist schuldenfrei und sein Platzangebot weiterhin sehr gefragt. Der Stiftungsrat dankt Kurt und Edith Lirgg-Griessen für die 25-jährige hervorragende Heimleitung. Sie sind damit das Ehepaar, welches in der Schulheim Schillingsrain 2000 Heimgeschichte am längsten ausgeharrt hat. Dabei hat die Heimpädagogik in den vergangenen 25 Jahren mehr Wandlungen erfahren als zuvor in 100 Jahren.

2003

Die Lehrkräfte Herr Scheidegger und Frau Halily wirken seit 25 Jahren in vorbildlicher Weise an der Heimschule. Das Heim kann in diesem Jahr auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken. Dies soll Ende August angemessen gewürdigt werden. Das Heim verfügt über zu wenig Raum für die Schule. Die 1977 in Laufenburg erworbene Occasion-Schulbaracke hat das Greisenalter erreicht. Der Stiftungsrat hat deshalb beschlossen, nach dem Auszug der Heilpädagogischen Schule Goldbrunnen deren Gebäude für die Heimschule zu nutzen und deshalb zu erwerben. Der AEV als Stifter der Kettiger- Stiftung übergibt ihr diese nachgeführte und erstmals illustrierte Chronik zum Jubiläum. Heimleitung seit 25 Jahren Kurt und Edith Lirgg-Griessen

2003

Wegen des tragischen Todes unseres Mitarbeiters Peter Lirgg, Sohn unseres Heimleiterpaares, werden die vorgesehenen Jubiläumsveranstaltungen nicht durchgeführt. Mit Eltern und Geschwistern trauert die ganze Heimfamilie. Das Bundesamt für Bauten begrüsst die vorgesehene Auslagerung der Heimschule in das bisherige Gebäude der Heilpädagogischen Schule im Goldbrunnen und sichert finanzielle Unterstützung zu. Der Beizug eines Architekten für die Planung wurde dringend empfohlen.

2004

Der Kauf der Baurechtsparzelle der Heilpädagogischen Schule konnte verurkundet werden. Dank dem Entgegenkommen des AEV bringt dies für das Schulheim neue Zukunftsperspektiven. Bereits im März haben 9 unserer 10 Schulabgänger Lehrstellen. Die Schüler aus dem Schillingsrain fallen in der Berufswahlklasse durch gute Leistungen auf und bieten disziplinarisch keine besonderen Probleme. Die verstorbene Frau Irma Stoll hat 6 Legatsnehmer bedacht. Die Kettiger-Stiftung nimmt mit grossem Dank einen Betrag von Fr. 87`548.13 entgegen. Aus Gaben im Gedenken an Peter Lirgg soll für den Spielplatz ein Balancierteller angeschafft werden, entsprechend dem Wunsch seiner Eltern. Es wird ein Planungsauftrag für die Sanierung des Schulhauses Goldbrunnen erteilt, wobei der Stiftungsrat selbst entscheiden will, was von den vorgeschlagenen Arbeiten schliesslich auch ausgeführt werden soll.

2005

Die Trachtengruppe Frenkendorf löst sich auf und vermacht der Kettiger-Stiftung ihr Restvermögen von Fr.12`500.-. Als Nachfolger für den vor einigen Jahren verstorbenen Eduard Zussy wird Peter Stengle, Leiter der Sozialen Dienste der Gemeinde Reinach, früher Gruppenleiter im Schillingsrain, in den Stiftungsrat gewählt. Bei weiterer Verzögerung des Auszuges der HP- Schule müssten Schulcontainer als Übergangslösung die Raumnot unserer Schule beheben, was mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Herr Dr. Crain, seit 25 Jahren als Psychologe im Heim tätig, möchte mit Studenten des ISP im Heim Nachuntersuchungen durchführen, um die Effizienz der Erziehungsarbeit zu überprüfen. Heimleitung und Stiftungsrat begrüssen diese Arbeit. Mit Unterstützung des Lotteriefonds und aus Spendengeldern wird der Spielplatz erneuert. Frau Nina Lüthi- Hägler, seit Jahrzehnten treues Mitglied des Stiftungsrates, tritt auf Jahresende zurück, an ihre Stelle rückt die bereits gewählte Frau Heidi Lüthi nach. Der AEV übernimmt die Kosten der Renovation der Kettiger- Büste beim Haupteingang. Frau Therese Halily und Frau Claire Zahn sind seit 30 Jahren im Heim tätig, Herr I. Cassan seit 20 Jahren. Konstanz ist für das Erreichen gemeinsamer Erziehungsziele von erheblicher Bedeutung.

Das Bundesamt für Justiz überprüft die Anerkennung des Heimes und erstattet einen positiven Bericht,- der Stiftungsrat dankt der Heimleitung und dem ganzen Mitarbeiterstab.

Eine neue Brandmeldeanlage soll die Sicherheit aller Heimbewohner gewähr leisten. Dies rechtfertigt fraglos die entsprechenden hohen Kosten.

2006

Zur Arrondierung des Heimareals bei der Zufahrt, will der AEV der Kettiger- Stiftung das „Lirggen- Mätteli“ im Halte von 767 m² schenken. Die Stiftung hat nur die Grundbuchkosten zu übernehmen. Der guten Zusammenarbeit mit der öffentlichen Schule wird grosse Beachtung geschenkt. Externe Schulung soll für geeignete Schüler auch in Zukunft möglich sein. Werner Löw, seit Jahren Finanzverantwortlicher des Heimes, tritt zurück. Durch seine Vermittlung kann als Nachfolger Herr Bruno Imsand von der KBBL gewonnen werden. Herr  E. Metthez, Sozialpädagoge und Frau Th. Halily gehen nach jahrzehntelanger, engagierter Mitarbeit Mitte 2007 in Pension. Frau Halily ist bereit, bis zum Umzug ins neue Schulhaus noch ein Teilpensum zu übernehmen. Der Stiftungsrat setzt eine „Kommission Zukunft“ und eine Baukommission ein, damit die bevorstehenden Neuerungen sorgfältig vorbereitet werden können. Das Amt für Volksschulen bekundet sein Interesse an der erwogenen Schaffung einer Tagesgruppe nach Bezug des Schulhauses Brüelmatten. Nachdem die Baurechtsparzelle „Brüelmatten“ bereits im Besitze der Kettiger-Stiftung ist, werden nun die Kaufsverhandlungen für das Schulhaus mit dem Baurechtsnehmer „Insieme“ geführt und einvernehmlich abgeschlossen.

2007

Das neue Schulgesetz verlangt das Angebot von Englisch und Französisch, was eine Erhöhung der Lehrerpensen zur Folge hat. Der Stiftungsrat befasst sich intensiv mit der Frage der Ablösung des Ehepaares Kurt und Edith Lirgg, welches das Heim seit 3 Jahrzehnten geprägt hat und 2009 pensioniert wird. Dem Amt für Volksschulen wird das Konzept für eine Tagesschule unterbreitet, da die Zuständigkeit für diesen Bereich allein dort liegt. Im Rahmen des Finanzcontrollings durch den Kanton wird die Frage aufgeworfen, wie weit haushälterisches Wirtschaften statt gewürdigt, durch  niedrigere Staatsbeiträge bestraft wird. Der Wäschetrockner kann nach 40-jähriger „Betriebstreue“ nicht mehr repariert werden und wird mit einem Aufwand von Fr. 12`000.- ersetzt. Ein von den gemeinnützigen Heimen in Anlehnung an die staatlichen Anstellungsbedingungen ausgearbeitetes Mitarbeiterreglement wird mit kleinen Anpassungen an die speziellen Gegebenheiten des Heimes verabschiedet. Nach eingehenden Gesprächen und gestützt auf eine gewünschte Bewerbung wird Peter Stengle, Leiter des Sozialdienstes Reinach, früher Gruppenleiter im Schillingsrain vom Stiftungsrat zum Heimleiter ab Rücktritt von Kurt Lirgg per 1. Juli 2009 berufen.
Dr. Toni Walter, Präsident seit 1980, aber schon zuvor Mitglied des Stiftungsrates tritt auf Jahresende zurück  Damit beim Leiterwechsel ein verjüngter und eingearbeiteter Stiftungsrat wirken kann, tritt auch Kurt Lüthy nach 49 Dienstjahren auf Jahresende zurück.
Zum neuen Präsidenten wird Bruno Imsand, zur Vice- Präsidentin Lotti Ballmer gewählt.

2008

Ende Februar erfolgt die Übernahme des geräumten Schulhauses „Brüelmatten“. Die sorgfältig geplanten Sanierungsarbeiten am 40-jährigen Gebäude können in Angriff genommen werden.
Am 14. November wird das Schulhaus eingeweiht und in Betrieb genommen. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Schillingsrains.

Peter Stengle tritt nach seiner Wahl als Heimleiter als Stiftungsrat zurück.
Durch die Wahl von Frau Romy Glanzmann, erfahrene Schulleiterin und Amtsvormund Markus Schnider kann der Stiftungsrat zwei weitere Fachkräfte für gewinnen. Als Nachfolger von Kurt Lüthy delegiert der AEV gemäss Artikel 4 der Statuten Thomas Affolter in den Stiftungsrat.

2009

Nach 33 Jahren gehen Kurt und Edith Lirgg in ihren wohlverdienten Ruhestand. Mit dem Ausscheiden des Ehepaares Lirgg geht eine für das Heim glückliche Ära zu Ende. Trägerschaft und Heimleitung hatten die Aufgabe die weitere Entwicklung sorgfältig vorzubereiten.Im Herbst wird der „Ehemaligenverein Schulheim Schillingsrain“ gegründet, der ehemaligen Mitarbeitenden und Schülern offen steht und die Pflege der Beziehung unter den Mitgliedern und zum Schulheim Schillingsrain bezweckt.

2010

Das Jahr der Prüfungen. Neben dem üblichen Finanz- und Leistungscontrolling durch den Kanton müssen wir unsere Jahresrechnung auch erstmals der neu geschaffenen BVG- und Stiftungsaufsicht beider Basel einreichen. Daneben überprüft das Bundesamt für Justiz unsere Heimbewilligung und der Kanton lässt durch eine externe Firma unsere Schule evaluieren. Zu guter Letzt erhalten wir Besuch durch das Lebensmittelinspektorat, das unsere Küche untersucht und vom KIGA, das sich um die Arbeitsplatzsicherheit im Schillingsrain kümmert.Am 19. September ist Tag der Ehemaligen, an dem wir fast 200 Ehemalige mit Angehörigen begrüssen dürfen.

2011

Der langjährige Schulleiter und Lehrer Ueli Scheidegger kündigte an, sich nach 34 Dienstjahren im Schulheim Schillingsrain per Ende Juli 2012 vorzeitig pensionieren zu lassen. Zusätzlich gab er seinen Rücktritt als Schulleiter per Ende 2011 bekannt, um die neue Leitungsperson noch ein halbes Jahr begleiten und einführen zu können. Im November konnte der Stiftungsrat Sonja Dalhäuser dem Lehrerkollegium als neue Schulleiterin präsentieren. Sonja Dalhäuser arbeitet seit 11 Jahren als Lehrerin im Schillingsrain und ist von allen Mitarbeitenden als Fach- und Autoritätsperson akzeptiert.Am 2. Dezember bittet Peter Stengle aus gesundheitlichen Gründen um sofortige Entbindung von seinem Amt als Institutionsleiter. Die interimistische Leitung des Heimes wird in Absprache mit dem Kanton Basel-Landschaft dem Stiftungsratspräsidenten Bruno Imsand übertragen.

2012

Mitte Jahr verfügt der Schillingsrain mit Urs Marti, dem ehemaligen Leiter des AH Basel, wieder über einen ausgewiesenen Fachmann als Institutionsleiter.Der Stiftungsrat muss sich mit den Auswirkungen von «HARMOS» befassen. Mit der Umstellung von 5 Jahren Primarschule und 4 Jahre Sekundarschule auf 6 Jahre Primar- und 3 Jahre Sekundarstufe geht unserer Institution ein Schuljahr verloren.

Die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) muss saniert werden. Um die Interessen des Schillingsrains zu vertreten wird im Dezember eine Personalvorsorgekommission gewählt.Lotti Ballmer tritt per Ende Jahr nach 12 Jahren aus dem Stiftungsrat zurück. An ihrer Stelle kann der Stiftungsrat Verena Walpen, Anwältin und Mediatorin, gewinnen.

2013

Nach 31 Jahren tritt Werner Barth mitte Jahr aus dem Stiftungsrat zurück. Als Delegierter und Geschäftsführer des AEV hat er den Schillingsrain über eine Generation mit all ihren Problemen, Herausforderungen und gesellschaftlichen Änderungen begleitet. Als Nachfolger delegiert der AEV Hans-Peter Hofer, ehemals Amtsvormund in Binningen.
Ende 2013 tritt auch Heidi Lüthi aus dem Stiftungsrat zurück. Mit Stadtrat Franz Kaufmann können wir nicht nur die Kontakte zur Stadt Liestal enger knüpfen, sondern wir haben auch wieder einen Baufachmann in unseren Reihen.Die Hauptthemen mit denen sich der Stiftungsrat beschäftigte war einerseits der Beginn der Planung der Sanierung unseres Hauptgebäudes, das schon über 100 Jahre alt ist und einer umfassenden Renovation bedarf und andererseits die mögliche Zusammenarbeit mit den beiden anderen Sekundarschulheimen (Röseren und Wolfbrunnen) im Kanton Basel-Landschaft. Dazu wurden auch gemeinsame Arbeitsgruppen gebildet, damit nicht jede Institution dieselben Problemstellungen für sich selbst lösen muss.Überschattet wurde das Jahr durch den Tod unseres grossen Gönners Kurt Lüthy, der dem Stiftungsrat seit der Gründung der Kettiger-Stiftung im Jahre 1965 bis 2007 als Mitglied und Präsident angehörte.

2014

Das Jahr war geprägt von der Weiterführung der Planung der Sanierung unseres Hauptgebäudes, parallel mit der Entwicklung des Rahmenkonzeptes.

Abschluss der Arbeiten im Rahmen der Sanierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK), welche für den Schillingsrain eine grosse finanzielle Herausforderung darstellt. Mit dem Verbleib bei der BLPK sind sowohl der Stiftungsrat wie auch die Vertretung der Mitarbeitenden der Meinung die beste Lösung für den Schillingsrain auch für die Zukunft gewählt zu haben.

Zusätzlich war die Institutionsleitung zusammen mit dem Stiftungsrat gefordert, als die Belegung zu Beginn des neuen Schuljahres 2014/2015 im August 2014 plötzlich deutlich abnahm. Die zusammen mit dem AKJB eingeleiteten Massnahmen zeigten im Laufe des Semesters die erhoffte Wirkung; da bereits im Herbst 2014 das Heim wieder voll belegt war und zugleich eine Warteliste bestand. Scheinbar wird es auch für einweisende Stellen immer schwieriger längerfristig zu planen, so dass wir in Zukunft vermehrt mit solchen Schwankungen rechnen müssen.

2015

Hauptthemen waren die Ausführung von dringend notwendigen Arbeiten, um den Anforderungen zur Weiterführung des Betriebes mit einer Belegung von über 100% zu genügen. Insbesondere wurde im Ökonomiegebäude ein Durchbruch zwischen der Gruppe Argos und der ehemaligen Heimleiterwohnung notwendig, um für alle Jugendliche der Gruppe Platz zu haben. Verlegung des Büros des Institutionsleiters ins Ökonomiegebäude, um für die Gruppe Ikarus ein weiteres Zimmer und zusätzliche sanitarische Anlagen zu erstellen. Diese Arbeiten konnten jeweils in der Ferienzeit erledigt werden, um den laufenden Betrieb des Schillingsrain möglichst nicht zu stören.
Abschluss der Sanierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) sowohl in buchhalterischer wie in juristischer Sicht. Seit Mai 2015 weiss der Schillingsrain um die definitive Finanzierungslücke wie auch um die Garantie des Kantons Basel-Landschaft und deren definitive Ausgestaltung.
Am 26. April 2015 durfte der Stiftungsrat als Gast dem Schilli-Fest beiwohnen und sich vom grossen Erfolg selbst ein Bild machen.
Der Stiftungsrat wurde im Rahmen der Liestaler Genusswochen von der Küchenmannschaft mit einem feinen Nachtessen verwöhnt.
Im Herbst konnten die neuen Statuten der Kettiger-Stiftung zur Genehmigung an das Amt für Stiftungsaufsicht beider Basel zur Genehmigung übermittelt werden.

2016

Zu Beginn des Jahres 2016 trat der Vorstand des Vereins «Jugendwohngruppen beider Basel» mit der Anfrage an den Stiftungsrat der Kettiger-Stiftung, die beiden Wohngruppen «im Rank» und «im Täli» mit je 7 Jugendlichen sowie 9 Jugendliche, die in eigenen Wohnungen betreut werden, zu übernehmen und weiter zu führen, da das bisher unter dem Namen «Casaviva» geführte Angebot vor einem Wechsel der Institutionsleitung und der Pensionierung der Buchhalterin stand.
Die Analyse des Angebotes zeigte rasch, dass die von «Casaviva» angebotenen Dienstleistungen eine ideale Ergänzung zum bisherigen Angebot des Schillingsrain darstellen.
Nach Rücksprache mit dem Kanton bzw. dem Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote konnten wir im März 2016 die Öffentlichkeit über den Zusammenschluss informieren. Damit begann für die Geschäftsleitungen und die Mitarbeitenden der beiden Institutionen die Umsetzungsarbeit, welche per 31. Dezember 2016 abgeschlossen werden konnte. Der Schillingsrain bietet jetzt 51 statt wie bisher 28 Plätze.
Im Herbst 2016 teilte uns Urs Marti mit, dass er sich per 31. März 2017 pensionieren lassen möchte. Der Stiftungsrat war gefordert die Kontinuität der Institutionsleitung sicherzustellen. An seiner Sitzung vom 28. November 2016 konnte nach öffentlicher Ausschreibung mit Urs Jakob die Nachfolge geregelt werden. Urs Jakob leitete davor während 17 Jahren erfolgreich das Sonderschulheim Stift Olsberg.
Im November ist Franz Kaufmann aus dem Stiftungsrat ausgeschieden wegen seiner grossen Beanspruchung als Stadtrat in Liestal, was wir sehr bedauerten. Mit Heiner Karrer, ehemaliger Präsident des «Casaviva» und ehemaliger Stadtrat von Liestal, ist es uns gelungen die Lücke wieder zu schliessen und das Wissen von «Casaviva» in unseren Stiftungsrat zu integrieren.

2017

Der Wechsel der Institutionsleitung und die Zusammenführung der beiden Organisationskulturen «Schilli» und «Casaviva» waren grosse Herausforderungen.
Erschwerend wirken sich die vom Kanton gewollte Verstärkung der ambulanten Angebote und die forcierte Integration von verhaltensauffälligen Schülern in der Regelschule auf stationäre Einrichtungen einschneidend aus. Trotz Anstrengungen auf allen Stufen musste der Stiftungsrat zusammen mit der Institutionsleitung und dem Kanton per Ende des Jahres das Stammangebot von 4 auf 3 Gruppen reduzieren, da immer weniger Jugendliche zugewiesen werden.
Hingegen konnte der Schilli mit dem Amt für Volksschule eine Vereinbarung für die Beschulung von bis zu 5 Tagesschülern unterzeichnen.
Im Herbst konnte die Kettiger-Stiftung in Lausen von der Eingliederungsstätte ESB eine Liegenschaft erwerben. Nach der Renovation wird die Wohngruppe «im Rank» Ende Januar 2018 einziehen.
Die Personalvorsorgekommission musste sich mit den Auswirkungen der Reduktion des technischen Zinssatzes per 1. Januar 2018 auseinandersetzen und entsprechende Lösungen erarbeiten.
Per Ende März trat der Vertreter des AEV, Hans-Peter Hofer aus dem Stiftungsrat zurück und wurde vom AEV mit Beat Zeller, einem ausgewiesenen Baufachmann ersetzt. Ende September traten Verena Walpen und Markus Schnider ebenfalls aus dem Stiftungsrat zurück. Mit Katharina Lüthy, Pensionskassenexpertin, und Daniela Reichenstein, Fachfrau Personalwesen, konnten wir die Vakanzen wiederbesetzen.