Aus unserer internen Schule
Jedes Jahr schreiben die Schüler der sechsten und siebten Klasse zwei Vorträge, einen davon in dem langen Quartal zwischen Herbst- und Weihnachtsferien. In einem Zeitraum von vier bis fünf Wochen benötigen sie 25 - 30 Stunden der Schul-und Freizeit dafür. Das Endprodukt darf abgelesen werden und muss (ohne das Zeigen von Bildern oder das Erklären von Abläufen) allermindestens sechs Minuten dauern. Es ist zu erwähnen, dass es doch nur in Einzelfällen bei diesem Minimum bleibt.
Die Themenwahl ist frei (nur Tiere sind ausgenommen, weil jeder darüber in der Naturlehre irgendwann noch einen Text verfasst), allerdings empfehle ich den Schülern ausdrücklich, etwas auszuwählen, das sie interessiert, jedoch unbedingt auch etwas, worüber sie genügend Unterlagen finden, die für sie verständlich sind. Einige müssen deshalb schon bald einen Kompromiss eingehen, weil zu ihrem Superauto oder zu ihrem Spitzenstar kein geeignetes Material aufzutreiben ist. So begnügt sich der eine oder andere schliesslich doch mit dem, was ich aus meinem mittlerweile recht vielfältigen Stock anzubieten habe, mit einem Büchlein, das ihm sein "Betreuer" auf der Gruppe bringt und neu auch mit Funden aus dem Internet.
Bevor sie sich genauer in ihren Text einlesen, müssen sie eine Liste der zu bearbeitenden Kapitel erstellen.
Es fasziniert mich jedesmal wieder aufs Neue, wie sich die Schüler gleich von Anfang an oder aber nur langsam aber sicher, für ihr Thema zu erwärmen beginnen: Interesse wird wach, allerlei Fragen tauchen auf und werden diskutiert (auch nicht themenbezogene), Erstaunliches wird allen berichtet und Lexika wird konsultiert.
Trotzdem heisst das nun ganz und gar nicht, dass jeder fähig wäre, seine neuen Erkenntnisse zu Papier zu bringen. Für ein paar fängt jetzt ein regelrechter Kampf oder "Krampf" an und sie brauchen enorm viel Unterstützung von allen Beteiligten, wofür sowohl die Jungs als auch ich sehr dankbar sind. Andere kommen schon mit wenig oder minimalster Hilfe zurecht.
Auf jeden Fall kann am Schluss jeder eine Arbeit vorweisen - oder vielmehr der Klasse vortragen - auf die er mit Recht stolz sein darf.
Nun wollte es der "Zu - Fall", dass mir in der Endphase der letzten Vorträge ein Artikel im Gesundheitsmagazin "Vista" auffiel, der einen Kasten beinhaltete mit zwölf Punkten unter dem Titel: "Was Jugendliche brauchen". Fünf davon kommen während der Entstehungszeit der Schülervorträge bestimmt zum Tragen:
- Aufmerksamkeit dem Jugendlichen gegenüber
- Verlässliche Bezugspersonen
- Rat und Unterstützung
- Ein Stück Eigenverantwortung
- Anerkennung für Leistungen
Eine Befragung der Schüler - als Brainstorming auf der Wandtafel festgehalten -haben diesen Sachverhalt bestätigt.
In einem kurzen Bericht der Siebtklässler über ihre Empfindungen während der Arbeit an ihrem Vortrag erschien das Wort "Spass" auf sieben von acht Blättern.
Therese Halily



















